Warum Du jetzt KI in L&D bringen solltest

11 Mai 2024 | Künstliche Intelligenz, Future Learning

Warum Künstliche Intelligenz in Learning & Development unverzichtbar wird.

Künstliche Intelligenz (KI) verändert fast jeden Bereich unserer Arbeitswelt grundlegend und der Sektor Learning & Development (L&D) bildet dabei keine Ausnahme. Zunehmend mehr L&D-Fachleute, Trainer:innen und Coaches erkennen die Möglichkeiten, die KI bietet, um Lernprozesse zu verbessern und Lernergebnisse zu optimieren. Mittelständische Unternehmen und Selbstständige können von den bereits vorhandenen KI-Anwendungen profitieren und sich einen Vorsprung gegenüber anderen Marktteilnehmern verschaffen. 

Aber obwohl das Potenzial offensichtlich ist, sind viele von der technischen Komplexität überfordert und fragen sich: „Wie kann ich KI im Learning & Development praktisch anwenden?“ 

Dieser Blogbeitrag zeigt Dir, wie Du KI konkret nutzen und Deine L&D-Abläufe effizient organisieren kannst. er erläutert, warum die Einbindung von KI in Deine Strategie nicht nur eine Möglichkeit, sondern eine Notwendigkeit für die heutige Zeit und die Zukunft darstellt.

Grundlagen für L&D – Was versteht man unter KI?

Künstliche Intelligenz bezieht sich auf Systeme oder Maschinen, die über menschenähnliche Fähigkeiten verfügen, wie Lernen, Verstehen und Entscheiden. Im Bereich der Personalentwicklung kann KI zum Einsatz, um Lerninhalte personalisiert anzupassen, den Lernfortschritt zu tracken und flexible Lernoptionen anzubieten.

Chatbots wie ChatGPT befinden sich nur in einem kleinen Bereich, der generativen KIs, innerhalb der Künstlichen Intelligenz, der um ein Vielfaches größer ist. 

Warum ist generative KI relevant für L&D?

 L&D trifft auf KI. Der Einsatz von KI in L&D kann dazu beitragen, Schulungen / Trainings / Coachings effizienter und wirkungsvoller zu machen. KI ermöglicht die Analyse großer Datenmengen, um individuelle Lernbedürfnisse zu erkennen und maßgeschneiderte Lernerlebnisse zu schaffen. Das führt zu einem höheren Engagement und besseren Lernergebnissen.

Beispiele für KI-Anwendungen in L&D

Wie Du Künstliche Intelligenz in Deiner L&D-Arbeit nutzt. Von automatisierten Chatbots für Standardfragen hin zu komplexen Systemen, die individuelle Lernpfade erstellen – Künstliche Intelligenz bietet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Ein Beispiel ist die Verwendung von KI zur Analyse von Lernfortschritten mittels Datenanalyse und die darauf aufbauende Anpassung der Lerninhalte.

Hier sind einige konkrete Möglichkeiten, wie KI im L&D-Bereich (Learning & Development) zum Einsatz kommen kann:

  1. Chatbots & virtuelle Assistenten: Sie können häufig gestellte Fragen von Lernenden automatisch beantworten, Unterstützung leisten und als erste Anlaufstelle für Support fungieren. Das entlastet L&D-Teams.
  2. Personalisierung von Lerninhalten: Durch die Analyse des bisherigen Lernverhaltens, der Präferenzen und Kompetenzen kann KI individuell zugeschnittene Lerninhalte und -pfade für jeden Lernenden generieren. Dadurch wird das Lernen effizienter und motivierender.
  3. Intelligente Empfehlungssysteme: Ähnlich wie bei Netflix empfiehlt KI den Lernenden passende weitere Kurse, Artikel oder Videos, die ihren Interessen entsprechen. Das unterstützt selbst gesteuertes Lernen.
  4. Adaptives Lernen: Der Schwierigkeitsgrad und die Reihenfolge der Lerneinheiten passen sich in Echtzeit an die Performance des Lernenden an. Bei Verständnisschwierigkeiten gibt es zusätzliche Übungen und Erklärungen, bei raschem Lernerfolg geht es schneller voran.
  5. Analyse der Lerndaten: KI-Algorithmen werten riesige Datenmengen zu Lernverhalten, Testergebnissen und Feedback aus. Daraus lassen sich Erkenntnisse zur Optimierung der Trainings ableiten.
  6. Automatisierte Erstellung von Lerninhalten: KI kann dabei unterstützen, Kurse teilweise automatisiert zu produzieren, z. B. durch Zusammenfassung von Texten, Erstellung von Quiz-Fragen oder Übersetzung in andere Sprachen.
  7. Prognosen und frühzeitige Interventionen: Aus Lerndaten und Mustern prognostiziert KI, welche Lernenden Probleme bekommen könnten. So kann man ihnen rechtzeitig helfen, bevor Schwierigkeiten auftreten.

Zukünftig werden KI-basierte Systeme in L&D noch vielseitiger und leistungsfähiger sein. Sie haben enormes Potenzial, das Lernen wirkungsvoller, individueller und skalierbarer zu machen. Sie sollten aber menschliche L&D-Experten ergänzen, nicht ersetzen.

KI im L&D Einsatz

Fallstudien und Erfolgsgeschichten

Die Vorteile von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Praxis lassen sich anhand von Fallstudien und Erfolgsgeschichten veranschaulichen. Zahlreiche Unternehmen haben bereits KI-Lösungen erfolgreich in ihre Lern- und Entwicklungsstrategien integriert und damit beeindruckende Resultate erzielt.

Zum Beispiel führte der Einzelhändler Sephora eine KI-gestützte Lernplattform ein, die den Mitarbeitern personalisierte Schulungen basierend auf ihrer Rolle, Erfahrung und Leistung vorschlägt. Durch die Analyse von Lerndaten und Feedback kann das System kontinuierlich optimiert werden. Seit der Einführung reduzierten sich die Lernzeiten der Mitarbeiter um 48 %, während die Verkaufszahlen um 11 % anstiegen.

Ein weiteres Beispiel ist das amerikanische Telekommunikationsunternehmen AT&T, das mithilfe von KI ein adaptives Lernsystem entwickelte. Durch die Auswertung von Echtzeitdaten kann das System den Lernenden individuelle Empfehlungen und Unterstützung anbieten. Die Mitarbeiter-Zufriedenheit mit dem Lernangebot stieg dadurch um 23 %, und die Zeit bis zur Produktivität in neuen Rollen verringerte sich um 50 %.

Solche Erfolgsgeschichten verdeutlichen, dass KI nicht nur theoretische Vorteile bietet, sondern einen messbaren Mehrwert für das Lernen und die Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern liefern kann. Sie dienen als Inspiration und Argumentationshilfe für Lern- und Entwicklungsprofis, die ähnliche Projekte in ihren eigenen Organisationen initiieren möchten.

KI-Training für L&D-Fachleute – Erforderliche Kompetenzen für L&D-Professionals

Um KI effektiv einzusetzen, müssen L&D-Professionals nicht zwingend tiefgreifende Kenntnisse in Datenanalyse und maschinellem Lernen haben. Wichtiger ist es, ein grundlegendes Verständnis dafür zu entwickeln, wie KI funktioniert und welche Möglichkeiten sie bietet, um die tägliche Arbeit in L&D zu erleichtern und zu verbessern.

Dank der kontinuierlichen Zunahme intuitiver KI-Werkzeuge (bekannt als AI-Tools) kannst Du die Technologie sofort für Deine Zwecke nutzen, ohne Programmierkenntnisse zu benötigen. Dazu gehören KI-gestützte Systeme für Textproduktion, Bilderzeugung oder Datenanalyse. Mit dem populären Tool „Midjourney“ besteht die Möglichkeit beeindruckende Bilder und Grafiken erstellen, die direkt auf den Kontext abgestimmt sind, indem Du einfach passenden zu Deinem Text einen entsprechenden Prompt generieren lässt. Auch für Aufgaben wie Übersetzungen, Textzusammenfassungen oder Chatbots gibt es mittlerweile fortschrittliche KI-Tools. Der Vorteil: Du kannst direkt loslegen und das Potenzial in Deinem eigenen Unternehmen testen.

L&D-Fachleute sollten sich mit den verschiedenen Arten von KI-Systemen vertraut machen, um zu verstehen, wie sie diese Technologien nutzen können, um Lernprozesse zu personalisieren, zu automatisieren und zu skalieren. Ebenso wichtig ist es, die Grenzen und potenziellen Fallstricke von KI zu kennen, um unrealistische Erwartungen zu vermeiden und ethische Standards zu wahren.

Neben dem technischen Verständnis sind auch Fähigkeiten im Change Management und in der Kommunikation gefragt. L&D-Professionals müssen in der Lage sein, die Vorteile von KI-gestütztem Lernen klar zu vermitteln, Bedenken auszuräumen und Mitarbeiter für neue Lernansätze zu begeistern. Sie sollten als Brückenbauer zwischen IT, HR und den Fachabteilungen fungieren, um eine reibungslose Implementierung von KI-Lösungen zu gewährleisten.

Ethik und Datenschutz

Unternehmen, die KI-Technologien für ihre Geschäftszwecke strategisch nutzen möchten, müssen systematisch in den Aufbau entsprechender Kompetenzen investieren. In diesem Zusammenhang ist eine fundierte KI-Ausbildung empfehlenswert, wie sie von spezialisierten Instituten oder Hochschulen angeboten wird. In einer AI-Practitioner Ausbildung mit Zertifikatsabschluss lernen die Teilnehmenden den praktischen Umgang über die bereits vorhandenen KI-Tools und deren unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten kennen. Ferner werden relevante Themen wie Datenschutz, ethische Aspekte und Haftungsfragen behandelt. Qualitativ hochwertige Ausbildungen zeichnen sich durch ein umfassendes Curriculum und eine angemessene Dauer aus. Unterstützung durch KI-Experten und -Trainer:innen

Eine effektive Ergänzung zur formellen Ausbildung und zum Selbststudium ist die Zusammenarbeit mit erfahrenen KI-Fachleuten und Trainern. Diese können Dir bei der Entwicklung einer KI-Strategie zur Seite stehen, Pilotprojekte unterstützen und Deine Mitarbeiter entsprechend schulen. Insbesondere für den Einstieg in die KI-Welt kann es von großem Nutzen sein, einen erfahrenen Partner an Deiner Seite zu haben, der bewährte Vorgehensweisen und Best Practices aus der Praxis vermittelt.

Kontinuierliche Weiterbildung

In der sich schnell verändernden Welt der Künstlichen Intelligenz ist die ständige Weiterbildung für Experten im Bereich Learning & Development unerlässlich. Um mit den aktuellsten Entwicklungen und Technologien mitzuhalten, ist es ratsam, kontinuierlich in die eigene Fortbildung zu investieren.

Zudem ist es von Bedeutung, sich mit aktuellen Forschungsergebnissen und bewährten Verfahren vertraut zu machen. Die Lektüre von Fachpublikationen, Whitepapers und Blog-Artikeln oder dem Hören von Podcasts trägt dazu bei, auf dem neuesten Stand zu bleiben. Auch der Wissensaustausch in Fachkreisen, beispielsweise auf LinkedIn oder in spezialisierten Diskussionsforen oder Communitys (Bildung rockt mit KI), ermöglicht es, von den Erfahrungen anderer zu profitieren und eigene Fragen zu stellen.

Nicht zuletzt sollten L&D-Fachleute auch innerhalb des eigenen Unternehmens Weiterbildungsmöglichkeiten schaffen. Dazu gehört die Einrichtung von internen Lerngruppen oder Praxisgemeinschaften, in denen Mitarbeiter KI-Themen diskutieren und einander unterstützen können. Auch Mentoring- oder Shadowing-Programme, bei denen erfahrene KI-Spezialisten ihr Wissen an L&D-Experten weitergeben, können wertvolle Lernerfahrungen vermitteln.

Schlussendlich erfordert die stetige Weiterbildung im Bereich der Künstlichen Intelligenz primär eine aufgeschlossene und wissbegierige Einstellung. L&D-Fachkräfte sollten offen sein für Neues, Altbewährtes hinterfragen und auch bereit sein, Risiken einzugehen. Nur so können sie das Potenzial von KI voll ausschöpfen und ihr Unternehmen zukunftsfähig machen. Datenschutz und Sicherheit

Der Umgang mit sensiblen Lern- und Personendaten erfordert höchste Sorgfalt. L&D-Professionals müssen sicherstellen, dass KI-Systeme den geltenden Datenschutzbestimmungen entsprechen und die Daten vor Missbrauch geschützt sind. Dazu gehören technische Maßnahmen wie Verschlüsselung und Zugriffskontrollen ebenso wie organisatorische Regelungen und Schulungen für Mitarbeiter.

Datenschutz und Sicherheit

Der Umgang mit sensiblen Lern- und Personendaten erfordert höchste Sorgfalt. L&D-Professionals müssen sicherstellen, dass KI-Systeme den geltenden Datenschutzbestimmungen entsprechen und die Daten vor Missbrauch geschützt sind. Dazu gehören technische Maßnahmen wie Verschlüsselung und Zugriffskontrollen ebenso wie organisatorische Regelungen und Schulungen für Mitarbeiter.

Ethische Bedenken

KI-Systeme treffen Entscheidungen auf Basis von Daten und Algorithmen, die potenziell Verzerrungen und Diskriminierungen enthalten können. L&D-Professionals müssen wachsam sein für unbeabsichtigte Benachteiligungen bestimmter Gruppen und aktiv gegensteuern. Das erfordert eine sorgfältige Auswahl und Überprüfung der Trainingsdaten, Transparenz über die Entscheidungskriterien und menschliche Kontrolle über kritische Entscheidungen.

Akzeptanz und Vertrauen

Nicht alle Mitarbeiter und Führungskräfte sind von Haus aus offen für KI-gestützte Lernsysteme. Manche haben Vorbehalte oder Ängste, dass die Technologie sie ersetzen könnte. L&D-Professionals müssen proaktiv Aufklärungsarbeit leisten, den Mehrwert von KI erklären und betonen, dass es um Unterstützung, nicht um Ersatz geht. Durch transparente Kommunikation, Einbindung der Beteiligten und erlebbare Erfolgserlebnisse lässt sich Vertrauen aufbauen.

Technische Komplexität

Die Einführung und Pflege von KI-Systemen erfordert spezielles Know-how, das in L&D-Teams oft nicht vorhanden ist. Mangelndes technisches Verständnis kann zu unrealistischen Erwartungen, Fehleinschätzungen und Problemen bei der Implementierung führen. L&D-Professionals sollten eng mit der IT-Abteilung zusammenarbeiten, externe Expertise hinzuziehen und selbst Grundkenntnisse in relevanten Bereichen wie Datenanalyse und Algorithmen aufbauen.

Kontinuierlicher Wandel

KI-Technologien unterliegen einer rasanten Weiterentwicklung, was eine kontinuierliche Anpassung der Strategien und Abläufe im Bereich L&D notwendig macht. Es ist unerlässlich für L&D-Experten, stets auf dem neuesten Stand zu bleiben, aktuelle Trends und Tools zu verfolgen und bestehende Methoden immer wieder kritisch zu hinterfragen. Dies erfordert ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit, Lernwille und eine agile Denkweise im gesamten L&D-Team.

Die Entwicklung und Einführung von KI-Lösungen kann beträchtliche finanzielle und personelle Ressourcen in Anspruch nehmen. Insbesondere kleinere Unternehmen und L&D-Abteilungen haben oft Schwierigkeiten, die erforderlichen Investitionen zu tätigen. In solchen Fällen ist Kreativität gefragt, um Prioritäten zu setzen und schrittweise voranzukommen.

Trotz dieser Herausforderungen ist eines sicher: KI wird die Zukunft von L&D entscheidend beeinflussen. L&D-Experten, die sich jetzt mit den Möglichkeiten und Auswirkungen befassen, werden die Entwicklung aktiv mitgestalten und ihr Unternehmen auf die Arbeitswelt von morgen vorbereiten können. Letztlich geht es darum, mithilfe von KI das Lernen und die Entwicklung von Menschen bestmöglich zu fördern – und genau das ist der Kern von L&D.

Fazit

Der Einstieg in die Welt der künstlichen Intelligenz erfordert eine sorgfältige Vorbereitung. Idealerweise beginnst Du mit einer ausgewogenen Mischung aus theoretischem Grundlagenwissen und praktischer Anwendung. KI-Kurse, Workshops und der Erfahrungsaustausch mit Fachleuten können dabei helfen, anfängliche Unsicherheiten zu überwinden und die Möglichkeiten für Dein Unternehmen zu erkennen. Entscheidend ist, dass Du aktiv wirst – denn nur durch praktisches Ausprobieren lässt sich herausfinden, welche KI-Lösungen für Dich tatsächlich einen Nutzen bringen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinen ersten Schritten mit künstlicher Intelligenz. Wenn Du Fragen hast oder Anregungen benötigst, kannst Du Dich gerne an mich wenden.

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